GGL-Bericht 2025: 77% Kanalisierungsrate – was das bedeutet
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat ihren Tätigkeitsbericht 2025 vorgelegt. Die zentrale Zahl daraus: Die Kanalisierungsquote, also der Anteil der Spieler, der legale Angebote nutzt, liegt bei 77 Prozent. Das bedeutet, fast jeder vierte Euro, der in Deutschland online umgesetzt wird, fließt noch immer durch illegale Kanäle. Für den deutschen Staat und die lizenzierten Anbieter ist das ein alarmierender Wert, für die Spieler selbst birgt diese Schattenwirtschaft erhebliche Risiken. Der illegale Schwarzmarkt in Deutschland bleibt damit ein massives Problem, das die Aufsichtsbehörden nicht in den Griff bekommen.
Die Marktzahlen: 14,4 Milliarden Euro Bruttospielertrag
Der legale deutsche Glücksspielmarkt erzielte 2025 einen Bruttospielertrag (GGR) von 14,4 Milliarden Euro. Davon entfielen 3,5 Milliarden Euro auf das Online-Glücksspiel. Der Anteil des legalen Marktes ist damit gewachsen, doch die Lücke bleibt groß. Die GGL kassierte in diesem Jahr Steuern in Höhe von 6,9 Milliarden Euro aus dem gesamten Glücksspielsektor – eine Summe, die das Finanzministerium kaum ignorieren kann. 621 supervisory actions führte die Behörde gegen legale Anbieter durch, um Verstöße gegen die Spielerschutzauflagen zu ahnden. Die Marktmonitore zeigen, dass die legalen Online-Casinos mit deutscher Erlaubnis zunehmend unter Druck geraten.
Der 23-Prozent-Riss in der Kanalisierung
Die Kanalisierungsrate von 77 Prozent ist eine politische Zielmarke, die weit unter dem liegt, was die Länder bei der Einführung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 anstrebten. Wer auf illegalen Plattformen spielt, umgeht alle Schutzmechanismen, die der GlüStV vorsieht. Das betrifft vor allem das spielerübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat, das über das LUGAS-System durchgesetzt wird. Ein Spieler, der sich bei einem Anbieter ohne Lizenz anmeldet, kann dieses Limit nicht einhalten – es existiert für ihn schlicht nicht. Auch Sperrdateien wie OASIS greifen auf diesen Seiten nicht. Ein einmal gesperrter Spieler kann sich dort ohne Hürde anmelden und weiterspielen.
Die GGL selbst sieht in ihrem Bericht die Hauptursache für die niedrige Kanalisierung in der mangelnden Attraktivität des legalen Angebots. Höhere Steuern und strenge Regeln für Spielautomaten und Live-Casino-Spiele treiben die Spieler in die Arme von Offshore-Anbietern. Die Behörde will nun mit verstärkten Maßnahmen gegen Anbieter ohne deutsche Lizenz vorgehen, doch die technische Umsetzung ist schwierig. IP-Sperren und Netzsperren sind zwar vorgesehen, werden von den illegalen Betreibern aber häufig umgangen. Auch das Payment Blocking durch Zahlungsdienstleister funktioniert nur unzureichend, wenn die Anbieter ihre Transaktionen über dubiose Drittfirmen abwickeln.
Was die neuen Regeln für Spieler bedeuten
Die Zahlen des Berichts zeigen: Der legale Markt ist sicher, aber unattraktiv. Der illegale Markt ist riskant, aber bequem. Die GGL mahnt die Spieler, nur bei Anbietern mit einer gültigen deutschen Lizenz zu spielen. Die Realität sieht anders aus: Viele Spieler melden sich auf Plattformen an, die keine Prüfung der Ausweispapiere verlangen, keine Einzahlungslimits einführen und keinerlei Spielerschutz betreiben. Die GGL-Aufsicht kann hier kaum greifen.
Das Problem ist jedoch nicht nur die fehlende Regulierung. Auch die Transparenz fehlt. Ein lizenzierter Anbieter muss seine Zahlungsströme offenlegen, die Auszahlungsquoten von unabhängigen Prüfstellen testen lassen und sich regelmäßigen Kontrollen unterziehen. Bei einem illegalen Anbieter ist das alles freiwillig. Die verpflichtende Nutzung des Safe Server ist dort kein Thema. Deshalb sollten Spieler vor der Anmeldung immer gezielt nach Erfahrungen mit Corgibet oder anderen Anbietern suchen, um sich ein realistisches Bild von den Auszahlungspraktiken und der Einhaltung von Limits zu machen. Denn die gesetzlichen Schutzmechanismen gelten nur dort, wo eine deutsche Lizenz am Eingang hängt. Ein Anbieter wie die Codivico Cloudware Ltd., die hinter Corgibet steht, wirbt zumindest mit britischer und deutscher Lizenz.
Der Bericht der GGL zeigt deutlich, dass die bestehenden Regeln nicht ausreichen. Die anstehende Evaluierung des GlüStV im kommenden Jahr wird daher entscheidend sein. Die Politik steht vor einem Dilemma: Sie will die Spieler schützen, darf aber den legalen Markt nicht so unattraktiv machen, dass die Spieler weiter abwandern. Die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 wird auch die Frage klären, ob eine GlüStV Novelle 2027 mit einem neuen Erlaubniszyklus kommen muss. Eine reine Verschärfung der Repression gegen illegale Anbieter wird das Problem nicht lösen, solange die legalen Alternativen aus Spielersicht unbefriedigend bleiben. Die Kanalisierungsstudie 2024 des Blockchain Research Lab gGmbH hatte bereits auf diese strukturellen Schwächen hingewiesen. Die Frage, die bleibt, ist: Wird die Politik Mut zu einer echten Liberalisierung haben, oder bleibt es bei einem Flickenteppich aus Verboten und halbherzigen Regeln? Die nächste Evaluierung, die auch von Ronald Benter als einem der führenden Köpfe der Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder begleitet wird, wird die Antwort bringen.